Warum eigentlich wenig Salz im ersten Lebensjahr?

In einem Informationsheftchen über Beikost, das mir die Hebamme gegeben hat, habe ich gelesen, dass Babys im ersten Lebensjahr möglichst nicht mehr als 1g Salz pro Tag, sprich im Grunde garkeins, zu sich nehmen sollten. Während ich die Information abspeicherte und hinnahm und natürlich auch beherzige für die Ernährung von klein N., stoße ich nun immer mehr auf Unverständnis, ja sogar auf Empörung, in meinem direkten Umfeld.

Grund genug für mich, mich tiefer in die Materie einzulesen. An meinen Erkenntnissen lasse ich euch natürlich gerne teilhaben, damit ihr im Vergleich zu mir, direkt kontern könnt, wenn euer Umfeld euch schräg ansieht 😉

Gefahren von zu viel Salz im ersten Lebensjahr

  • Zu viel Salz kann für erhöhten Blutdruck sorgen, Studien zeigen, dass das nicht nur für den aktuellen Moment gilt, sondern sich langfristig auswirken kann und Teenager die im Babyalter zu salzreich ernährt wurden, unter Bluthochdruck leiden (können).
  • Langzeitstudien nach zu urteilen, neigen Babys die in ihren ersten Jahren zu viel Salz bekommen haben außerdem zu Übergewicht (Salz macht durstig, was viele Kinder mit Hunger verwechseln, weswegen sie mehr essen)
  • Da die Niere noch nicht komplett ausgereift ist, kann sie große Mengen Salz noch nicht verarbeiten
  • Es verwirrt die noch so feinen Geschmacksnerven, Aromen die unsere Nahrung in breiter Vielfalt bietet, können so evtl. nicht mehr so gut wahrgenommen werden.

Versteckte Salzquellen

  • Salz ist in Wurst und Käse enthalten, sowie in gekauftem Brot und sogar in Mineralwasser!

Gar kein Salz?

Die Aussage „gar kein Salz“ ist natürlich falsch. Natürlich ist Salz lebensnotwendig, denn ohne kann der Organismus den Wasserhaushalt nicht regulieren. Allerdings ist die geringe Menge Salz, die von Babys benötigt wird, bereits in Muttermilch/Pre-Nahrung und als natürliches Salz in Gemüse enthalten. Eine Zugabe von Kochsalz ist daher nicht nötig.

Ist das Übertrieben?

Und nun zu einer Frage, die ich mir in letzter Zeit selbst häufig stelle. Ist das denn nicht alles übertrieben? Haben wir das nicht auch alles überlebt? Haben die Kritiker in meinem Umfeld Recht und ich mache mir zu viele Gedanken?

Meine Antwort lautet: Ja, wir haben es alle überlebt. Aber nur weil man damals eventuell noch nicht die Erkenntnisse hatte, die es heute zu geben scheint (auch wenn diese vielleicht in einem Jahr schon wieder überholt sind), heißt das ja nicht gleich, dass man übertreibt, nur weil man sich nun an diese Empfehlungen hält. Im Gegenteil ist es doch sogar so: es schadet nicht auf größere Mengen Salz zu verzichten und mir macht es nichts aus, in den ersten Monaten von klein N. besonders darauf zu achten, dass sie nicht zu viel Salz zu sich nimmt. Warum sollte ich es also nicht tun?

Wie das nun jeder für sich handhabt, ist natürlich jedem Selbst überlassen! 🙂

Randnotiz: Ich habe zwar viele unterschiedliche Quellen gefunden, die über ähnliche Gefahren und Studien bzgl. zu viel Salz bei Babys berichten, allerdings habe ich trotz intensiver Recherche keine der Studien an sich finden können! 

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